Die ODP-Architektur verfolgt zwei Ziele. Die Zusammenfassung eines repräsentativen Teils des WWW und die thematische Aufarbeitung für Nutzer im Netz, mit inhaltlichen Querverweisen und Ergänzungen. Das Open Directory spiegelt eine Giga-Bibliothek für den Zugang zu weltweiten Informationen wider.
Das Besondere ist die Qualifizierung und Aufarbeitung der Themen durch eine Vielzahl von Editoren. Nicht wenige sind im Hauptberuf Wissenschaftler, Techniker, Unternehmer oder Angestellte. Sei es durch berufliche Ambitionen oder Freizeitinteressen, die Editoren bringen ihr ganz spezielles Know how in ihrem Editierbereich ein. Sie setzen den thematischen i-Punkt und bilden das prägnante Alleinstellungsmerkmal des Katalogs.
Humans do it better
Die automatische Katalogisierung behilft sich mit der Trefferauswertung von Algorithmen, Messung der Klickhäufigkeit aus der jeweiligen Suchmaschine und related - Links. Der Ranking-Technologie also, die die Initiativen von Altavista, in den 90-er Jahren, ein System prägnanter Trefferquoten mit der geringsten Fehlerhäufigkeit als Suchmaschinenstandard zu installieren, technisch weiterführt. Die Parameter: Häufigkeit der Verlinkung von Websites untereinander, logische Verknüpfung von textlichen Keywords in Verbindung mit Seitencode, Siteaufrufe und technische Ausführung der Website werden in einem mathematischen Wert zusammengefaßt. Nüchtern betrachtet, bildet die für Nutzer sichtbare Darstellung des Suchergebnisses eine absteigende Liste von mathematischen Quersummen ab.
Die inneren Werte einer Site kommen so schnell unter die Räder. Eine inhaltliche Aufarbeitung ist gegenwärtig mit einem betriebswirtschaftlichen Suchmaschinenkonzept nicht zu leisten. Ein Redakteursystem kann nur in einer schlanken Umgebung effizient arbeiten. Die Qualität hängt unmittelbar mit dem Wissensstand, Entwicklungskonzept und Zeitkontingent pro Eintrag zusammen. Entweder arbeiten Redakteure als Tausendsassa oder das Redakteursystem beschränkt sich auf Übersichtlichkeit. Mit einigen Ausnahmen, darunter bellnet, ist beides der Fall.
Welche Entwicklungen .... (wird fortgesetzt)
Bleibt die Frage, warum ODP, verglichen zum Beispiel mit einem anderen Freiwilligen-Projekt wie der Wikipedia, so wenig in der Web-Öffentlichkeit bekannt ist und genutzt wird. Der Hauptgrund liegt meiner Meinung nach in dem Problem für den normalen Surfer, im ODP eine gezielte Suche nach der Information durchzuführen, die er braucht. Anders ausgedrückt, die Themen-Kategorien werden immer spezieller, und der Laie kann bei der Suche der geeigneten Kategorie die Unterschiede nicht mehr nachvollziehen.
Eingabe: "Unternehmensberatung Köln"
Ausgabe: 24 Treffer in verschiedenen angezeigten Kategorien
Das geht natürlich auch mit "Heilpraktiker München", "Theater Düsseldorf" oder mit "Gärtnerei Rosen". Dinge, die alltäglichen Leben sicherlich eine Suchrelevanz spielen. Voraussetzung ist und bleibt, Links und eine schlüssige Kommentierung sind im Katalog enthalten. "Vanilleeis Mecklenburg" gehört leider noch nicht dazu. Aber da behelfen sich auch die meisten Suchmaschinen mit ad senses. Ob es da zum gesuchten Eis auch den Sahne- oder Schokoklecks gibt (statt Schiffsbeteiligungen, Ltd. - Gründungen oder das beste Aboangebot aller Zeiten ...) , wir wissen es nicht