Wer erinnert sich noch an das Jahr 1987. als
Lindi, unser "deutschrockendes Urgestein" dem Honey, damals Staatsratsvorsitzender der
DDR, eine Lederjacke schenkte?
Manch einer dachte damals, der Udo ist nun völlig durchgeknallt. Der Grund des Geschenks aber war nicht nur Udos Wunsch nach Pankow zu fahren und dort ein Konzert zu geben, sondern vielmehr sein Protest gegen die Behandlung der ostdeutschen Rockfans, die sich zu Pfingsten, am 8. Juni 1987 auf dem Platz der Republik in
Berlin zusammenfanden, um das Konzert zum 750sten Geburtstag der Stadt am Brandenburger Tor zu hören.
Die damaligen Rockgrößen wie
David Bowie, Eurythmics, und
Genesis spielten auf und 70.000 Fans auf der Westseite sowie 2.000 bis 4.000 Fans auf der Ostseite hörten dem Concert for Berlin begeistert zu.
An den ersten beiden Tagen hielt sich das SED Regime mit dem Einsatz der Polizeikräfte merklich zurück. Es sollte zu keiner Eskalation kommen.
Pfingstmontag jedoch kam es jedoch zu den befürchteten Übergriffen. Die Vopo konnte die Fans nicht mehr zurückhalten. Sprechchöre wie "Bullen raus" und "Die Mauer muss weg", reizten die Stasi und die Polizei so sehr, dass sie mit Schlagstöcken bewaffnet, äußerst brutal gegen die Jugendlichen mit "dekadentem Aussehen" vorgingen.
Etwa 150 der "Rädelsführer und Stimmungsmacher" wurden damals zugeführt und dabei nicht nur polizeilich registriert, sondern auch misshandelt und erniedrigt.
Zwar kamen alle "Zugeführten" mit Verwarnungen und Bußgeldern davon, aber die Art und Weise der Behandlung der Rockfans sorgte für weltweite Empörung.
Lindis Protest gegen die Behandlung war nicht nur belustigend, sondern durchaus ernst zu nehmen:
"Diese Kids sind keine Krawallisten und Randaleure, die stehen genauso wie Du auf Rock'n' Roll und locker Drauf sein. Den Trouble gab's doch erst durch das hirnlose Vorgehen der Rudi Ratlos Gangs von der Vopo!"
Lindenbergs Forderung nach "Mikrophone statt Megaphone, Gitarren statt Knarren, Trommelstöcke statt Gummiknüppel." entsprach übrigens auch den Forderungen der Staatssicherheit, die der Ansicht war, dass Möglichkeiten geschaffen werden müssten, "um dem ausgeprägten Interesse großer Teile der Jugend an Rockmusik besser zu entsprechen."
Der Versuch kam zu spät, diese Generation ließ sich nicht mehr integrieren ...