Zu einem der wesentlichen Herausstellungsmerkmale des Open Directory Projects gehört auch die Validierung von Links. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig Screenings nach toten URLs und Weiterleitungen gemacht. Selbstverständlich werden auch gehijackte oder zum Verkauf feil gebotene Domänen systematisch mittels eines automatischen Systems erkannt und aus dem Katalog entfernt.
Nachdem wir uns vor einigen Tagen mal wieder mit dem Thema Redirects beschäftigt haben ist aufgefallen, dass insbesondere universitäre Einrichtungen das Tempo beim Wechseln von URLs deutlich angezogen haben. Viele Universitäten in Deutschland und Österreich wechseln oft und gern die URLs für ganze Fakultäten und Fachbereiche. Da das ODP traditionell gerade den Wissensbereich thematisch relativ tief ausgebaut hat, entwickelt sich das URL-Wechseln langsam zu einem echten Problem – ich habe hier noch die Worte eines Kollegen im Ohr, der mir vor einigen Jahren sagte, "Die Uni $Stadt wechselt nie im Leben ihre Linkstruktur – ich kenne den Admin persönlich." Nun ja, was soll ich sagen: Die besagte Universität hat zwischenzeitlich zweimal die Struktur ihrer Websites vollständig geändert
Da das Ändern der URL-Struktur des Servers eines universitären Fachbereiches oder einer Fakultät typischerweise nicht gerade eine Sache von wenigen Stunden ist, frage ich mich, ob dazu wirklich die Notwendigkeit bestand. Die Frage wiegt insbesondere dann sehr viel schwerer, wenn man halbwegs "sprechende" URLs durch dynamisch generierte URLs ersetzt. Ein schönes Beispiel hierfür findet man bei der Technischen Universität Graz: Die Fakultät für Bauingenieurwissenschaften hat aus dem URL
www.bau.tugraz.at/ nun den URL
portal.tugraz.at/portal/page?_pageid=433,1&_dad=portal&_schema=PORTAL" gemacht. Eine recht ähnliche Frage könnte man auch der Technischen Universität Cottbus stellen, die aus dem URL
www.tu-cottbus.de/MST/ für den Lehrstuhl für Mikrosystemtechnik nun
www-1.tu-cottbus.de/BTU/Fak3/FvMisyte/ machte.
Es geht aber auch durchaus besser: Der Lehrstuhl für Werkstofftechnik am Institut für Produkt Engineering der Universität Duisburg-Essen hat aus dem kruden URL
fb7-fg6.uni-duisburg.de/ nunmehr den URL
www.uni-due.de/wt/ gemacht - ein Tipp am Rand: www.uni-due.de/werkstofftechnik/ wäre noch einen Tick optimaler.
Mit der Übernahme des neuen URLs ist ein erhöhter Pflegeaufwand bereits vorprogrammiert. Davon unbenommen ist die Frage, ob die Aufnahme von Links, die bereits bei erstmaliger Listung einen erhöhten Pflegeaufwand erkennen lassen, wirklich sinnvoll ist – erfahrungsgemäß ist die Motivation der Editoren bei administrativen Arbeiten nicht sonderlich hoch. Last, but not least, wäre vielen Administratoren von Universitätsservern der Besuch eines SEO-Seminars zu empfehlen. Es geht allerdings nicht so sehr um die Optimierung der Website einer Fakultät aus kommerziellen Interessen, sondern vielmehr um die Tatsache, dass Wissen auch gefunden werden sollte. In diesem Zusammenhang helfen Dinge wie Linkstabilität, sprechende URLs, aussagekräftige Titel sowie eine logische, auch HTML-seitig umgesetzte Dokumentenstruktur außerordentlich.
Bei der Gelegenheit sei daran erinnert, dass die Einrichtung eines Redirects sowohl den Nutzern als auch den Editoren des ODPs beim Aktualisieren des URLs hilft. Mittels des Moduls mod_rewrite kann man einfach und effektiv eine Weiterleitung etablieren.