Bereits Ende April waren auf Google Maps erstmals deutsches Kartenmaterial verfügbar. Auch wenn bislang immer noch eine offizielle Vorstellung des Dienstes fehlt, ist Google Maps inzwischen auch mit einer deutschen Subdomain
http://maps.google.de/ am Start. Heute wurden bei einer Suche nach Immobilien Bielefeld in der normalen Suche, Ergebnisse von Google Maps eingeblendet. Diese rangieren zwischen den AdWordsanzeigen und den organischen Suchergebnissen.
Jedoch konnte dieses Resultat bislang nur mit dieser Suchkombination erzielt werden. Andere Phrasen wie beispielsweise "Immobilien Berlin" oder "Immobilien Hamburg" gaben nur die üblichen Suchresultate aus. Ich habe es doch immer gewußt, dass Bielefeld was besonderes ist.
Daher möchte ich die Lokale Suche von Google mal etwas genauer unter die Lupe nehmen und mit den Angeboten der Konkurrenz aus dem Hause
Web.de,
Yahoo und
T-Info vergleichen.
Google Maps bietet dem Suchenden die Möglichkeit, einfache Adressen innerhalb einer Karte anzuzeigen, Wegbeschreibungen zu erstellen sowie Unternehmen aus einer bestimmten Stadt/Region zu suchen. Der Karteikartenreiter "Unternehmen" stellt also das dar, was im Allgemeinen mit der Lokalen Suche verbunden wird. Auf den ersten Blick sorgt dies schon für Enttäuschung, da hiermit auch Google unter lokaler Suche nur die kommerzielle lokale Suche versteht, also nur Gewerbetreibende dort auflistet. Bei der genaueren Prüfung kann dieser vorschnelle Eindruck zum Glück nicht aufrecht gehalten werden. Die Suche nach "Fußball Bielefeld", "Kirche Bielefeld" oder auch "Schule Bielefeld" ergaben überaus relevante Ergebnisse. Darüber hinaus offenbaren sogenannte Kategorien, die über den Suchergebnissen exemplarisch eingebunden sind, dass bei Google Maps gerade nicht nur Unternehmen, sondern auch Vereine, karikative Verbände und öffentliche Einrichtungen auffindbar sind. Sehr schön.

Doch wie kommt's? Hat Google ein Herz für soziale Belange? Oder ist Tante G. heimlicher Arminia-Fan? Ich fürchte nicht.
Mit Sicherheit liegt es daran, dass Google als Datenbestand nicht nur auf eine Quelle wie beispielsweise Yahoo! mit dem Telefonbuch "DasÖrtliche" zurückgreift, sondern eine Vielzahl von Branchenbüchern anzapft. Insofern macht die führende Suchmaschine ihrem Ruf als "Datenkrake" mal wieder alle Ehre. Beim Prüfen der Suchergebnisse fällt auf, dass Einträge ziemlich oft von den Branchenbüchern GoYellow und MeineStadt übernommen worden. Aber auch weniger bekannte - dafür kostenfreie - Branchendienste wie cylex.de tauchen vermehrt auf und scheinen somit ein Garant für das Anzeigen in den Suchergebnissen bei Google Maps zu sein. Denn es reicht bei Google Maps nicht aus, einfach eine Website mit lesbarer Anschrift im Impressum ins Netz zu stellen. Kommt man damit noch bei Suchen.de in die lokalen SERPs, hat man beim Branchenprimus keine Chance. Dies stellt in meinen Augen einen Rückschritt dar, ist doch die Websuche das Steckenpferd von Google.
Doch es bleibt nicht bei den klassischen Branchenbüchern. Auch renommierte Websites aus diversen Themenbereichen, die über eine
Adressdatenbank verfügen, liefern Futter für Google Maps. So tauchte beispielsweise Kino.de und Immobilienscout24.de bei den Suchanfragen als Datenquelle auf. Des weiteren werden Daten von den offiziellen Stadtseiten genutzt, die regelmäßig nicht nur Firmenprofile sondern auch kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Vereine enthalten. Damit lässt sich dann auch erklären, dass die Suche nicht nur bei kommerziellen Objekten erfolgreich sein kann, sondern auch andere Bereiche gut darstellt.
Die Ergebnisse werden wie bei Web.de nach der Entfernung - ausgehend vom Stadtzentrum - sortiert. Den zehn Ergebnissen sind mit Buchstaben versehene Luftballons zugeordnet, deren Standort in einer Kartenansicht dargestellt wird. Die Ergebnisse an sich verfügen lediglich über den Namen/Titel, die Anschrift sowie Telefonnummer. Eine Beschreibung zur Ausrichtung des Unternehmens, wie es beispielsweise bei suchen.de zu finden ist, lässt Google Maps leider vermissen. Auch sind potentielle Domains erst nach einem Klick auf den Eintrag innerhalb einer Infobox auf der Karte ersichtlich. Nichts für klickfaule User wie mich.
Ein weiterer Schwachpunkt besteht in der mangelhaften Differenzierung zwischen Namen und Berufsgruppen. Sucht man beispielsweise im Was-Feld nach Schneider und im Wo-Feld nach Bielefeld, erscheinen keine Schneider aus Bielefeld, sondern Unternehmer aus den unterschiedlichsten Branchen, die den Nachnamen Schneider tragen. Gleiches lässt sich bei anderen Nachnamen wie Bäcker, Fischer und Co. beobachten. Wer also einen Bäcker aus Bielefeld sucht, muss schon nach Bäckerei Bielefeld suchen. Eine gewisse Hilfestellung geben in dem Zusammenhang auch die oben schon angesprochenen Kategorien, wo es beispielsweise für Bäckereien und Konditoreien vorgefertigte Suchabfragen gibt.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Google Maps ein solider Dienst für die lokale Suche - die in Deutschland noch am Anfang steht - ist und künftig sein wird. Positiv überrascht hat mich die Vielzahl der nichtkommerziellen Ergebnisse, obwohl der mit "Unternehmen" titulierte Karteikartenreiter erst das Gegenteil vermuten lässt. Als negativ empfinde ich die Tatsache, dass man ohne Branchenbucheintrag bei Google Maps keine Chance hat. Wer also bislang fleißig auf "Immobilien Berlin" oder "Steuerberater Bonn" optimiert hat und dabei kommerzielle Branchenbucheinträge mied, sollte langsam umdenken und sich zumindest einen kostenfreien Eintrag in einer der oben genannten Branchenverzeichnisse zulegen.
Das kann ich nur unterschreiben. Mir scheint die Sortierung der Suchergebnisse eher nach dem Prinzip "Wer zuerst da war, bekommt die beste Platzierung" zu erfolgen. Genaues weiß ich aber auch nicht. Wenn jemand nen Tipp hat, würde ich mich freuen dazu mehr zu erfahren
Dass sich dies kaum lohnen würde, zeigt das mangelnde Suchvolumen über Google Maps. Da bringt sogar die Bildersuche noch mehr Traffic - trotz ausgesperrter /images/ Verzeichnis und hoher regionaler Relevanz des Unternehmens. Die Suchenden wissen also immer noch nicht die einzelnen Besonderheiten, der verschiedenen Suchinstrumente zu nutzen - schade.
Mittlerweile scheint Google aber die Sortierung verändert haben. Nach welchen Kriterien dies jetzt erfolgt, erschließt sich mir gerade auch nicht.