Süß, nicht? Ich musste mich in der Newsgroup schon sehr zurückhalten Aber abgesehen von seinem unmöglichen Diskussions- und Schreibstil: Der Autor spricht durchaus ein existierendes Problem an. Das Open Directory ist nach außen hin wirklich sehr intransparent, und es fehlt an allen Ecken und Enden an verständlichem Feedback (wobei ich dieses Blog dabei ausnehmen will, das ist eine tolle Idee). Da kann natürlich bei offentsichtlich simpler veranlagten Menschen wie unserem Bad- und Saunabauer schon mal der Gedanke an Willkür und Zensur aufkommen -- den Rest der Welt dürfte es aber auch eher angesäuert zurücklassen...
Das Open Directory ist nach außen hin wirklich sehr intransparent, und es fehlt an allen Ecken und Enden an verständlichem Feedback
Wir versuchen unser Bestes
Es gibt ja auch das ein oder andere Forum mit "gemässigten" ODP Diskussionen, aber bei jedem "Alle korrupt und auf ihren Vorteil bedacht" Posting wieder von vorne anzufangen zermürbt doch irgendwann.
Zumindest kann man an dem Beispiel des leeren Forums sehen, wie die Selbstwahrnehming mancher Submitter ist.
Die Erfahrung mit Beiträgen in der Resource Zone zeigt mehrerlei:
1. vor einem Beitrag laufen diverse Prozesse beim Autor ab, die zunächst nichts mit dem ODP zu tun haben (Macht/Ohnmacht).
2. die Argumentation, eine Seite werde wegen ihres geringen Informationsgehalts oder einer zu geringen Besucherfrequenz nicht gelistet, trifft den Anmelder zwischen die Augen. Dies ist ihm ja bestens bekannt. Diese Aussage wird erwartet und zum Ventil für Gefühlsausbrüche umgemünzt.
3. Vollzug oder Verweigerung des Eintrags im ODP werden gleichgestellt mit der Anerkennung/Aberkennung der Fähigkeit, eine attraktive Site ins Netz zu stellen.
4. Funktion und Inhalt des ODP sind nicht bekannt. Individuelle Hinweise und Erklärungen zur Listungsfähigkeit werden behende bis auf Kommataebene der Postings auseinandergenommen. Ohne das akklamierte Ziel weiter zu verfolgen.
Woran liegt es, dass einige der Autoren versuchen, durch massives Auftreten und Verweise auf angebliche Ungleichbehandlung nicht existente Rechte durchzuboxen und alles dazwischen verbal aus dem Wege zu schieben ?
- sind es die ewig zu kurz Gekommenen ?
- ist es das Medium Internet, dass Menschen anonym und ohne Folgen entfesseln lässt ?
- sind es Erfahrungen aus der frühen Kindheit ?
- oder sind es Selbstzweifel, verbunden mit wirtschaftlichen Ängsten ?
Zunächst ist das Auftreten aus Erfahrungen heraus geprägt. "Sich durchsetzen" ist ein ganz natürliches, als Pubertät, bezeichnetes Verhalten. Es ist wichtig für die Replizierbarkeit von Rollen und Jagdtrieb. Allerdings folgt nach der Phase der Pubertät die Phase der Aufzucht und Verarbeitung von Erfahrungen. Würde der graue Wolf weiterhin pubertieren, dann würde er seine Jungen vom Freßplatz werfen. Sie müßten verhungern. Die Beute reichte dann nur für einen, die Wölfe würden rasch aussterben.
Weshalb sucht man sich dann Herausforderungen, denen man auf Grund der technischen und organisatorischen Durchführbarkeit, aus Sicht des Autors, "unterliegt" ? Ohne Alice Miller weiter zu bemühen, sind zwei Gründe zu vermuten, die miteinander in Verbindung stehen:
1. der wirtschaftliche Druck, die Angstwut als Schritt nach vorn, vor der eigenen Courage
2.die gefühlte Aberkennung der Fähigkeit, etwas Einzigartiges zu schaffen, das im Netz vielfältig dokumentiert ist. In der Fehleinschätzung steht dort ein Ranking für eine besonders erfolgreiche Arbeit oder ein besonders geschätzter Inhalt einer Site. Alles Unsinn im Zeitalter der technischen Manipulation und Einkaufmöglichkeiten von Werbung.
Auch dem flüchtigen Leser der DMOZ - Richtlinien dürfte klar werden, das ODP ist kein Paukboden. Niemandem werden besondere Fähigkeiten durch Einträge bescheinigt oder durch Nichteinträge aberkannt. Als Projekt ist es vollständig frei in der Auswahl und Anreihung von Einträgen.
Schließlich kommt keiner der Editoren bei Durchsicht der Anmeldungen zum Schluß, der Submitter zweifle an seiner persönlichen Editierfähigkeit oder wolle ihm mit der Anmeldung die Schicksalsfrage stellen.
Selbstverständlich machen die Editoren von ihrem virtuellen Hausrecht Gebrauch, nach ausführlicher Klärung des Einzelfalls einen Thread zu schließen. Die weitere Entwicklung des Themas über mehrere Foren hat dieses Vorgehen letztendlich auch bestätigt. Zurück bleibt gewissermaßen verbrannte Erde: der Eintrag ist nicht vollzogen, der Autor hat in verschiedenen Foren an Glaubwürdigkeit nicht hinzugewonnen und die Site ist als unattraktiv bekannt geworden.
Insoweit sind solche Postings auch wertvoll, Menschen im Zeitalter des Internets zu studieren.
Ohnmacht gegenüber einer undurchsichtigen, abgeschotteten Geheimorganisation: Das ist hier die treibende Kraft. Rationale Erklärungsversuche versagen, weil der Blutdruck des Beschwerdeführers jedes logische Abwägen unterdrückt.
Aber das ist kein Phänomen des Internets, schau bloss mal ein paar Zwergerl im Kindergarten an, von denen eines beim Raufen immer unterliegt. Die Reaktion ist schon in "Rumpelstilzchen" ausreichend beschrieben: Vor Wut sich selbst zerreissen. Das Internet macht diese Entgleisung bloss recherchierbar...
Weil der Herr Schwimmbad aber an mich im Usenet so barsch die Frage gestellt hat, was ich als Ösi eigentlich in dieser Diskussion zu suchen hätterte: Ist das eventuell ein Phänomen, das Deutschland besonders betrifft? Kann wer das bewerten?
> Ist das eventuell ein Phänomen, das Deutschland besonders betrifft?
Eher nicht. Zwar ist hier eine gewisse Neigung zur Vermutung von Willkür gern genommen, wenn eine gewünschte Durchsetzung nicht erreicht wird. Aber die oben beschriebenen Abläufe sind sicherlich unabhängig von Nationalitäten.
Hier handelt es sich um den Versuch, durch Angriff nach vorn beherrschen zu wollen. Das geht auch aus Deinem zitierten Posting hervor. Niemand muss sich zur Wehr setzen. Eine ernsthafte Gefahr ist auch durch ein paar aus der Fasson geratene Zeilen nicht eingetreten.
Wir versuchen unser Bestes
Es gibt ja auch das ein oder andere Forum mit "gemässigten" ODP Diskussionen, aber bei jedem "Alle korrupt und auf ihren Vorteil bedacht" Posting wieder von vorne anzufangen zermürbt doch irgendwann.
Zumindest kann man an dem Beispiel des leeren Forums sehen, wie die Selbstwahrnehming mancher Submitter ist.
1. vor einem Beitrag laufen diverse Prozesse beim Autor ab, die zunächst nichts mit dem ODP zu tun haben (Macht/Ohnmacht).
2. die Argumentation, eine Seite werde wegen ihres geringen Informationsgehalts oder einer zu geringen Besucherfrequenz nicht gelistet, trifft den Anmelder zwischen die Augen. Dies ist ihm ja bestens bekannt. Diese Aussage wird erwartet und zum Ventil für Gefühlsausbrüche umgemünzt.
3. Vollzug oder Verweigerung des Eintrags im ODP werden gleichgestellt mit der Anerkennung/Aberkennung der Fähigkeit, eine attraktive Site ins Netz zu stellen.
4. Funktion und Inhalt des ODP sind nicht bekannt. Individuelle Hinweise und Erklärungen zur Listungsfähigkeit werden behende bis auf Kommataebene der Postings auseinandergenommen. Ohne das akklamierte Ziel weiter zu verfolgen.
Woran liegt es, dass einige der Autoren versuchen, durch massives Auftreten und Verweise auf angebliche Ungleichbehandlung nicht existente Rechte durchzuboxen und alles dazwischen verbal aus dem Wege zu schieben ?
- sind es die ewig zu kurz Gekommenen ?
- ist es das Medium Internet, dass Menschen anonym und ohne Folgen entfesseln lässt ?
- sind es Erfahrungen aus der frühen Kindheit ?
- oder sind es Selbstzweifel, verbunden mit wirtschaftlichen Ängsten ?
Zunächst ist das Auftreten aus Erfahrungen heraus geprägt. "Sich durchsetzen" ist ein ganz natürliches, als Pubertät, bezeichnetes Verhalten. Es ist wichtig für die Replizierbarkeit von Rollen und Jagdtrieb. Allerdings folgt nach der Phase der Pubertät die Phase der Aufzucht und Verarbeitung von Erfahrungen. Würde der graue Wolf weiterhin pubertieren, dann würde er seine Jungen vom Freßplatz werfen. Sie müßten verhungern. Die Beute reichte dann nur für einen, die Wölfe würden rasch aussterben.
Weshalb sucht man sich dann Herausforderungen, denen man auf Grund der technischen und organisatorischen Durchführbarkeit, aus Sicht des Autors, "unterliegt" ? Ohne Alice Miller weiter zu bemühen, sind zwei Gründe zu vermuten, die miteinander in Verbindung stehen:
1. der wirtschaftliche Druck, die Angstwut als Schritt nach vorn, vor der eigenen Courage
2.die gefühlte Aberkennung der Fähigkeit, etwas Einzigartiges zu schaffen, das im Netz vielfältig dokumentiert ist. In der Fehleinschätzung steht dort ein Ranking für eine besonders erfolgreiche Arbeit oder ein besonders geschätzter Inhalt einer Site. Alles Unsinn im Zeitalter der technischen Manipulation und Einkaufmöglichkeiten von Werbung.
Auch dem flüchtigen Leser der DMOZ - Richtlinien dürfte klar werden, das ODP ist kein Paukboden. Niemandem werden besondere Fähigkeiten durch Einträge bescheinigt oder durch Nichteinträge aberkannt. Als Projekt ist es vollständig frei in der Auswahl und Anreihung von Einträgen.
Schließlich kommt keiner der Editoren bei Durchsicht der Anmeldungen zum Schluß, der Submitter zweifle an seiner persönlichen Editierfähigkeit oder wolle ihm mit der Anmeldung die Schicksalsfrage stellen.
Selbstverständlich machen die Editoren von ihrem virtuellen Hausrecht Gebrauch, nach ausführlicher Klärung des Einzelfalls einen Thread zu schließen. Die weitere Entwicklung des Themas über mehrere Foren hat dieses Vorgehen letztendlich auch bestätigt. Zurück bleibt gewissermaßen verbrannte Erde: der Eintrag ist nicht vollzogen, der Autor hat in verschiedenen Foren an Glaubwürdigkeit nicht hinzugewonnen und die Site ist als unattraktiv bekannt geworden.
Insoweit sind solche Postings auch wertvoll, Menschen im Zeitalter des Internets zu studieren.
Aber das ist kein Phänomen des Internets, schau bloss mal ein paar Zwergerl im Kindergarten an, von denen eines beim Raufen immer unterliegt. Die Reaktion ist schon in "Rumpelstilzchen" ausreichend beschrieben: Vor Wut sich selbst zerreissen. Das Internet macht diese Entgleisung bloss recherchierbar...
Weil der Herr Schwimmbad aber an mich im Usenet so barsch die Frage gestellt hat, was ich als Ösi eigentlich in dieser Diskussion zu suchen hätterte: Ist das eventuell ein Phänomen, das Deutschland besonders betrifft? Kann wer das bewerten?
Eher nicht. Zwar ist hier eine gewisse Neigung zur Vermutung von Willkür gern genommen, wenn eine gewünschte Durchsetzung nicht erreicht wird. Aber die oben beschriebenen Abläufe sind sicherlich unabhängig von Nationalitäten.
Hier handelt es sich um den Versuch, durch Angriff nach vorn beherrschen zu wollen. Das geht auch aus Deinem zitierten Posting hervor. Niemand muss sich zur Wehr setzen. Eine ernsthafte Gefahr ist auch durch ein paar aus der Fasson geratene Zeilen nicht eingetreten.