Heute lag mir ein sehr klassisches Beispiel dafür vor, wie man eine Site nicht vorschlagen sollte. Da das durchaus als Realität einzustufen ist, möchte ich anhand des Beispiels eine praktische Analyse vornehmen. Ziel der Übung ist die Förderung des Verständnisses der Funktionsweise des Open Directory Projects.
Hier der Vorschlag:
Kategorie World: Deutsch: Wirtschaft: Kommunikation: Schreib- und Bürodienste
Titel "Schreibservice [entfernt] - Schreibarbeiten, Transkription (Abtippen), Webdsign und mehr ... "
Beschreibung "Schreibarbeiten aller Art, Texterfassung (Abtippen, abschreiben, transkribieren) von Band (Kassette, CD, mp3, wave, dss etc). Transkriptionen in alter und neuer Rechtschreibung, Korrekturlesen, Lektorate, Webdesign, Manuskripte, Biografien"
Anmerkung zur Kategorie
- Wie der Name des Gewerbes, der bei der Anmeldung angegeben wurde, schon vermuten lies, bildet die Erfassung von Texten eindeutig den Schwerpunkt der angebotenen Dienstleistungen.
- Da die Listung nach Schwerpunkt erfolgt und in der Kategorie, in der die Site vorgeschlagen wurde, sogar ein @Link, also ein Verweis auf eine untergeordnete Leistung, vorhanden ist, war die Auswahl der Kategorie zu oberflächlich. Passend wäre World: Deutsch: Wirtschaft: Kommunikation: Schreib- und Bürodienste: Schreibservice.
Anmerkung zum Titel
- Gem. den globalen Richtlinien für den Bereich World: Deutsch: Wirtschaft besteht der Titel eines Eintrags stets aus dem vollständigen Firmennamen einschließlich Rechtsform, anstatt aus Keyword-Stuffing.
- Ein Blick in die ursprünglich gewählte Kategorie hätte theoretisch diese Erkenntnis ebenfalls zugelassen.
Anmerkung zur Beschreibung
- Gem. den globalen Richtlinien für den Bereich World: Deutsch: Wirtschaft sollte die Beschreibung in einigen kurzen Sätzen die gebotenen Leistungen und/oder Produkte beschreiben.
- Einen halbwegs vollständigen Satz möchte zu mindestens ich dort nicht erkennen. Im Grunde könnte man sagen, dass die Beschreibung aus einer bloßen Aufzählung von Keywords besteht.
- Es fehlt der obligatorische Satzpunkt am Ende der Beschreibung.
- Es fehlt die obligatorische Lokalisierung des Eintrags.
- Weil die Lesbarkeit einer solchen Beschreibung vielleicht für Suchmaschinen OK sein mag, nicht aber für humanoide Nutzer, ist die mitgelieferte Beschreibung faktisch unbrauchbar.
Übrigens: Das Thema URL habe ich bewusst nicht näher betrachtet, da ich nicht alle Tricks verraten möchte - ich frage ja schließlich auch nicht den Zauberer nach der Aufführung, ob er mir seine Tricks verrät
Nur soviel: Der vorgeschlagene URL entpuppte sich ohne außergewöhnliche Anstrengung als klassischer Mirror. Weitere Screenings ergaben schnell, dass man bezüglich der Anzahl der betriebenen Mirrors recht kreativ ist.
Fazit
Kurz gesagt: Viel Arbeit für nichts, oder etwas ausführlicher: Der URL war ein Mirror eines bereits gelisteten Eintrags. Mit ein wenig Mühe hätte man auch das vorab herausfinden können. Der Titel und die Beschreibung waren unbrauchbar. Der investierte Zeitaufwand (ohne das Verfassen dieses Artikels) betrug 15 Minuten, ohne das etwas produktives herausgekommen ist.
Schade, in der Zeit hätte man vielleicht zwei andere Einträge publizieren können. Es dürfen sich daher zwei weitere Submitter beim Ersten für die verzögerte Bearbeitung ihres Vorschlags bedanken
Ergo macht es Sinn, sich einen kurzen Augenblick mit den Regeln vertraut zu machen. Es hilft sowohl uns als auch Ihnen erheblich.
Einen sehr schönes Beispiel für den “worst case” liefert tomparis im u.a. auch von mir initiierten Dmoz-Blog.
Jetzt ist das ODP ja so ziemlich mit das größte Verzeichnis im www und erhält demnach auch entsprechend viele zweifelhafte B...